Die gesellschaftliche Funktion kultureller Bildung
Kulturelle Bildung vermittelt soziale Schlüsselkompetenzen und hilft darüber hinaus, die Welt zu verstehen. Das war schon immer so, da sich die Welt jedoch wandelt, verändert sich auch die kulturelle Bildung und ihre Bedeutung.
Kultureller Austausch als Motor gesellschaftlicher Entwicklungen
Kulturelle Bildung findet traditionell auf den drei Schwerpunktfeldern visuelle Kunst, Literatur und Musik statt. Im 21. Jahrhundert darf die Multimedialandschaft dabei nicht vergessen werden, sie hat sich über den Film schon über mehr als 100 Jahre entwickelt. Nur über die Bildung und ästhetische Erziehung in diesen Bereichen ist ein interkultureller Austausch möglich, der für die Verständigung zwischen verschiedenen Nationen unerlässlich ist. Aber auch das Verständnis des unmittelbaren Umfeldes wäre ohne eine kulturelle Bildung nicht möglich, die Reaktion auf Konflikte würde in Einzelfällen verheerend ausfallen. Zwar ist kulturelle Bildung kein Allheilmittel, sie wirkt aber in gesellschaftlichen Entwicklungen als Motor. Vieles, was in der Gesellschaft irgendwann Realität wurde, haben Künstler antizipiert, kulturell gebildete Menschen in Schlüsselpositionen haben sich zeitig auf die aufzeigten Trends eingestellt.
Kulturelle Bildungsvermittlung
Im Zuge der PISA-Studien wurden viele Bildungsdiskussionen geführt, die leider die kulturelle Bildung zugunsten naturwissenschaftlicher Fächer vernachlässigten. Das wird von vielen gesellschaftlichen Akteuren sehr kritisch gesehen. Es ist natürlich fraglos wichtig, das die Jugend auch wissenschaftlich-technisch hochgebildet ist. Ohne kulturelle Bildung wird jedoch sowohl die emotionale als auch die politische Bildung vernachlässigt, und das ist für jede Gesellschaft fatal. Ein deutliches Beispiel liefert hierfür die DDR. Dort wurde über 40 Jahre allergrößter Wert auf die Naturwissenschaften gelegt, die kulturelle Bildung fand sowohl in den Schulen als auch in der Gesellschaft eher am Rande statt. Das verwundert nicht, findet sich doch in der gesamten anerkannten klassischen Kultur nirgendwo etwas, womit sich eine Doktrin wie der Kommunismus ernsthaft untermauern ließe. Das Ergebnis der einseitigen DDR-Bildung ist eine Generation kulturell verkümmerter Technokraten, deren Reaktion auf manch brisantes gesellschaftliches Thema bei den westdeutschen Landsleuten mindestens gelindes Unverständnis auslöst. Kulturelle Bildung und kultureller Austausch sind daher der Humus für eine aufgeklärte Gesellschaft, die von extremen Tendenzen verschont bleibt.
Comments are closed