Die Vermittlung von Kunst

Die Vermittlung von Kunst erfolgt zum einen sehr direkt, indem Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen künstlerische Fähigkeiten vermittelt werden, im Musik-, Mal- und Literaturunterricht, an Musikschulen und in Kunstvereinen. Die indirekte Vermittlung von Kunst reflektiert eher über das Werk selbst. Beides hat seine Vorzüge und auch Grenzen.

Der Kunstunterricht

Jegliches Unterrichten von Kunst – sei es beim Zeichnen in der Schule, sei es in Musikschulen oder beim Creative Writing – lehrt vor allem die nötigen Techniken. Das lässt die Lernenden natürlich tief in die Materie eindringen, es darf aber nicht vergessen werden, dass das praktische Ausüben von Kunst auch viel handwerkliches Können erfordert. Dabei fokussiert sich die Betrachtung auf das Detail, im Übrigen können unbefriedigende Ergebnisse entstehen, die schlimmstenfalls sogar Frust aufkommen lassen. Andererseits wird Verständnis für Details erworben, die sonst für immer verborgen geblieben wären. Es ist hier die goldene Mitte anzustreben. Ausnahmen bilden diejenigen Nachwuchskünstler, die tatsächlich eine besondere Begabung an den Tag legen, diese sollen natürlich nach Kräften gefördert werden. Im üblichen Kunstunterricht an Schulen sollten allerdings Bilder mindestens so oft betrachtet wie selbst gemalt werden. Dasselbe betrifft Musizieren, Lesen und Schreiben. Manch ausübender Musiker kennt weniger Musik als ein interessierter Laie gleichen Alters. Der Musiker hatte über das viele Üben nicht genug Zeit zum Musik hören. Über das Creative Writing wollen wir hier keine Worte verlieren, das ist purer Unfug. Schreiben kann man oder nicht.

Kunstvereine

Sie wirken altbacken, dabei spielen sie die Schlüsselrolle für die Kunstvermittlung an breitere Schichten. Denn sie bieten den freiwilligen Genuss an, und sie betreiben ihr Geschäft ehrenamtlich, dafür mit großem Engagement. Wenn die Gesellschaft mehr Kunst unter das Volk bringen möchte, sollte sie Kunstvereine fördern. Mit privaten und öffentlichen Geldern, aber auch mit dem Besuch durch Schulklassen. Das sind die Kunstinteressierten der nächsten Generation, die sich in einer Gemälde- oder Skulpturgalerie einfach umschauen sollen. Nebenher kann jemand Livemusik machen.


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