Wo findet kultureller Austausch statt?

Kultureller Austausch findet auf verschiedenen Ebenen statt. Da der Kulturbegriff weit gefasst ist, genügt es, wenn sich Menschen verschiedener Kulturen begegnen und miteinander kommunizieren. Dabei tauschen sie etwas über die jeweiligen Kulturen aus, es muss nicht um künstlerische Darbietungen gehen. Diese werden allerdings auch oft eingesetzt.

Kultureller Austausch bei Entwicklungshilfeprojekten

Junge Leute, die nach Indien reisen und dafür durch die EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) vorbereitet werden, die das Entwicklungshilfeprojekt auch finanziert, tun das auch wegen des kulturellen Austausches. Sie leisten allerdings vorrangig praktische Entwicklungshilfe, bauen in Dörfern Schulen auf, bringen Internetanschlüsse in ländliche Regionen und vermitteln auch etwas über die europäische und deutsche Kultur. Dabei lernen sie gleichzeitig von der indischen Kultur. Das ist eine Form kulturellen Austausches.

Kultureller Austausch bei der Wissensolympiade

Die Türkisch-Olympiade in Istanbul und Ankara bietet kulturellen Austausch als Wissensaustausch. Junge Leute (12 – 19 Jahre) testen ihre Kenntnis in Türkisch als Fremdsprache (Türkisch ist eine sehr schwere Sprache), dabei lernen sie etwas über die türkische und islamische Kultur und werden ihrerseits etwas von der deutschen, christlich geprägten Kultur im Gastland hinterlassen. Die Sprachbarrieren haben sie schon überwunden. Zur Olympiade gehören als Beiträge unter anderem türkische Gedichte, Aufsätze, Lieder und Volkstänze.

Kulturaustausch im Zeichen der Versöhnung

Im September 2011 eröffneten der deutsche Bundespräsident Christian Wulff und der polnische Staatspräsident Bronislaw Komorowski gemeinsam mit weiteren offiziellen Vertretern beider Länder eine Ausstellung “Tür an Tür”. Um Polen und Deutschland geht es dabei und um die gemeinsame tausendjährige Kulturgeschichte, die teilweise viel enger verwoben und verflochten war, als sich das Menschen beider Völker zu Beginn des 21. Jahrhunderts gemeinhin vorstellen. Zu tief sitzen noch die Nachwirkungen des Zweiten Weltkrieges und seiner Folgen. Der Kulturaustausch innerhalb und um die Ausstellung baut Brücken zwischen den Nachbarn.


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